Meine erste Coachingstunde

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Frau Dr. Förster ist eine klasse Frau. Promovierte Wirtschaftsinformatikerin, hat die Welt gesehen, vielfältige Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt und jetzt mich aufgelesen. Ich mag es, wie sie sich stakkatomäßig an die Agenda hält und sich nicht von meiner Begeisterung für mein Produkt ablenken lässt. Nicht einmal vor Crowdfunding schreckt sie zurück.


Gründungsberatung

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Im Internet suche ich nach Beratern für Existenzgründer mit Kenntnissen über Crowdfunding. Die Resonanz ist schwach. Crowdfunding ist noch weitgehend unbekannt. Die Beraterhonorare beginnen bei 60 Euro/h. Nach oben gibt es keine Grenzen.

IHK: Der freundliche Herr am Telefon hat keine Erfahrung mit „Schwarmfinanzierung“, wie er sich auszudrücken beliebt, gibt sich gespielt verständnisvoll für meine wahnwitzige Idee und versucht mir deutlich zu machen, wie wichtig doch ein solider Businessplan sei selbst bei dem außerordentlichen Marktpotenzial, das er in Windeseile auszurechnen vermag. Immerhin gibt er mir die Telefonnummer einer Kollegin, die mir mit dem Gründerzuschuss vom Arbeitsamt weiterhelfen kann.

Jumpp, Frankfurt: Ich rufe beim Sprungbrett für Existenzgründerinnen an und frage dummerweise zuerst nach den Beratungskosten. Prompt bekomme ich die Antwort, dass das mit 30 Euro für eine Telefonberatung anfängt. Die Beratungen vor Ort beginnen bei 80 Euro/h. Beim zweiten Anruf ein paar Stunden später stelle ich mich dümmer und erfahre in einem langen, sehr freundlichen Gespräch ohne Extrakosten alles, was ich wissen will. Bei Jumpp gibt es erste Erfahrungen mit Crowdfunding aber keine Unterstützung vom Arbeitsamt. Das kann ich mir definitiv nicht leisten. Vom kostenlosen Mentoring, in dessen Genuss Ariane gekommen ist, höre ich nichts.

RKW: Beim RKW gibt es wenigstens ein kostenfreies Erstgespräch.

KfW: Ich finde die Startothek für Gründungsstarter und bestelle Informationen zu meiner Branche.

Kreativwirtschaft: Beim Hessischen Wirtschaftsministerium gibt es eine Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung. Dort kenne man sich mit Crowdfunding aus. Meine erste Recherche schreckt mich erst mal ab, weil ich hauptsächlich über die vielfältigen Risiken für den Investor lese. Wir sprechen beim Crowdfunding über Investitionen, die bei 5 Euro beginnen. (Monate später stellt sich die Homepage ganz anders dar. Wir lernen eben alle erst, mit dieser neuen demokratischen Art der Finanzierung umzugehen. )

Arbeitsamt: Schließlich antwortet meine Sachbearbeiterin, die am Morgen meine erste E-Mail bekommen hat, mit einem Hinweis auf einen Gutschein zu einem Existenzgründercoaching. Diese Fatamorgana gibt es also tatsächlich! (seit März 2015 neu aufgelegt)


Crowdfunding (Schwarmfinanzierung)

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Wie geht Crowdfunding? Das ist meine Chance. Banken um Geld betteln, sich einen Businessplan aus den Fingern saugen, beim Arbeitsamt die Frist ausjonglieren, dass man Anspruch erhält auf lächerliche 300 Euro Gründerzuschuss ohne jegliche weitere Zahlung  (so hatte ich das zu diesem Zeitpunkt jedenfalls verstanden) – nein! Das ist nichts für mich. Crowdfunding ist eine dieser genialen neuen Erfindungen, die nur dank des Web 2.0 möglich geworden sind. Ich liebe das Internet. Es hebelt all diese Bastionen der etablierten Geheimniskrämer aus den Angeln. Der User von heute schafft sich selbst seine Kontakte, die er braucht – und nur die – und macht sich nicht mehr abhängig von provisionsgeilen Mitverdienern, die es eben nicht verdient haben.

Ich google nach den größten Plattformen: Kickstarter, Indiegogo … Das sind die internationalen. Ja, die müssen es sein. Schließlich haben Frauen auf der ganzen Welt Handtaschen. Mit einer deutschen Regionalplattform fange ich gar nicht erst an. Geld ist mobil, aber der Deutsche rückt sein Geld nicht raus für Dinge, die nicht tausendfach geprüft, TÜV gestempelt, gesiegelt und versichert sind. Auf die Region konzentriere ich mich dann bei meinen Produzenten und Lieferanten mit nachhaltigen Konzepten.