Frust die 2.

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Immer mehr Argumente nagen an meiner Entscheidung für Ökologie und Nachhaltigkeit. Es gibt nichts vergleichbar Praktisches und einfach zu Verarbeitendes wie einen Klettverschluss. Außerdem darf den Beifahrer ja nichts in den Rücken drücken, wenn er auf dem Habaho sitzt. Sämtliche Druckknöpfe, Haken oder Bikiniverschlüsse tragen zu sehr auf, sind aufwändig zu verarbeiten und kompliziert in der Anwendung. Nächste Woche ist die TexProcess in Frankfurt. Vielleicht finde ich da etwas Neues.

Des Weiteren verliert meine Ökowelt an Farbe. Unifarbenen Baumwoll-Köper bekomme ich in vielen Farben, das ist nicht das Problem, aber die Futterstoffe sollten farbig und gleichzeitig robust und für eine angenehme Haptik glatt und griffig sein. Da wird es schwierig. Abgesehen davon, dass es kaum schöne, dezente Muster gibt, ist fast alles aus Polyester. Und an die Farbechtheit und UV-Beständigkeit will ich gar nicht denken.

Irgendeinen Tod muss ich sterben. Nur welchen? Bzw. reicht einer? Ich muss mir meine eigene Nachhaltigkeitsstrategie basteln. Bei mir wird es auf jeden Fall faire Arbeitsbedingungen geben. Aber was kann ich von meinen Lieferanten verlangen? Wenn ich in die ganze Welt versende, dann ist der Produktionsstandort fast egal. Wenn ich in Südeuropa produziere, hat ganz Europa was davon.


Frust

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Im Internet finde ich keinen Ökostoff, der UV-beständig ist. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Allerdings fahre ich seit Monaten mit meinem schwarzen Habaho durch die Gegend und er ist kein bisschen ausgebleicht. Dieses Problem wird mich nicht dazu zwingen, meine Nachhaltigkeitsstrategie zu ändern. Ich muss eben von Anfang an offen mit diesem Thema umgehen und den Kunden darauf hinweisen, dass der Schutz der Natur, das perfekte Aussehen beeinträchtigen kann. Wem die Optik wichtiger ist, ist eben nicht mein Kunde.


Vermutlich 700 Tote bei Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Warum müssen immer erst Menschen sterben, bevor Politiker aktiv werden? Als Europabürgerin bin ich eine Nutznießerin von jahrhundertelanger Ausbeutung von Afrika und anderen Kolonialstaaten. Auch ich stehe in der Verantwortung. Im Nachhaltigkeitsnewsletter des Handelsblattes habe ich kürzlich von einem Unternehmen in Uganda gelesen, das die produzierte Baumwolle, anstatt nach Asien zur Veredelung zu exportieren, neuerdings selbst verarbeitet nach Bio-Standards unter dem CmiA-Siegel. Das werde ich weiter verfolgen.


INNATEX Hofheim

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Die INNATEX ist die Internationale Messe für nachhaltige Textilien. So was gibt es schon und auch noch vor meiner Haustüre. Gut, sie fangen klein an, verlangen noch nicht mal Eintritt, aber ich bin beeindruckt von der Vielfalt, den Farben und der Qualität! Es sind hauptsächlich Händler vertreten. Ich brauche erst mal Lieferanten für meine Rohstoffe. Wo finde ich die?


Kontakt mit Sina

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Es ist Sonntag und ich schreibe eine E-Mail an manomama, die Firma von Sina Trinkwalder. Ich möchte wissen, ob sie Auftragsarbeiten annehmen. Und wer antwortet postwendend am Sonntag: Sina höchst persönlich. Doch sie ist ausgelastet und wirkt auch distanziert, weil ich einen Klettverschluss in meinem Produkt verarbeiten möchte. Ein Klettverschluss aus Plastik ist ein No-Go für Sina. Von Ihrem Ökostoff will sie mir auch nichts verkaufen. Nicht einmal ihre Lieferanten verrät sie mir unter der Begründung, dass sie nur in Tonnen bestellt. Da werde ich ganz kleinlaut. Eigentlich möchte ich ganz klein und bescheiden anfangen. Zumindest noch zu diesem Zeitpunkt. Tja, da könnte ja jeder kommen. Bei der Knochenarbeit, die Sina als Pionierin auf ihrem Weg geleistet hat, kann ich es verstehen, dass sie jetzt nicht einfach bereitwillig für eine Fremde aus dem Nähkästchen plaudert.