Näherin gefunden

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Endlich habe ich eine Näherin gefunden. Sie hat sogar einen Meisterbrief. Ich bringe ihr mein selbst genähtes Muster, den provisorischen Schnitt, eine unausgereifte Nähanleitung und bitte sie darum, meine Amateurarbeit mit Ihren Meisterkenntnissen zu verbessern, so dass es besser aussieht als meine. Sie ist gut ausgelastet, hat wenig Zeit für die Kreativität anderer Leute und schaut mich skeptisch an. Doch sie will es versuchen.


Sina Trinkwalder

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Von Sina Trinkwalder höre ich zum ersten Mal von Claudia, einer Kollegin. Mitgerissen von ihrer Begeisterung kaufe ich mir das Buch. Ich bin mehr als beeindruckt. Sina Trinkwalder hängt Ihren erfolgreichen Job als selbständige Marketingfachfrau an den Nagel, kauft sich eine Industrienähmaschine und bringt sich das Nähen bei. Ich hatte als Kind wenigstens meine Mutter, der ich immer über die Schulter geguckt habe beim Nähen. Aber Sina fängt unerschrocken bei null an. Sie hat die Vision, Langzeitarbeitslosen in Deutschland eine Perspektive zu bieten mit Nähen in Deutschland und noch dazu mit nachhaltigen Rohstoffen, die bis auf die Baumwolle in Deutschland hergestellt werden sollen. Vor 30 Jahren hat sich die gut situierte deutsche Textilindustrie selbst amputiert und nach China verlagert. Es gibt nur noch wenige Know-How-Quellen in Deutschland. Doch Sina lässt sich nicht beirren und beschäftigt heute sehr erfolgreich 150 Näherinnen. Ihre Auftragsbücher sind voll.

Nachhaltigkeit. Dieser Begriff will mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Auch wenn ich es mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen kann, wie das funktionieren soll, ohne dass man draufzahlt.