Kontakt mit Sina

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Es ist Sonntag und ich schreibe eine E-Mail an manomama, die Firma von Sina Trinkwalder. Ich möchte wissen, ob sie Auftragsarbeiten annehmen. Und wer antwortet postwendend am Sonntag: Sina höchst persönlich. Doch sie ist ausgelastet und wirkt auch distanziert, weil ich einen Klettverschluss in meinem Produkt verarbeiten möchte. Ein Klettverschluss aus Plastik ist ein No-Go für Sina. Von Ihrem Ökostoff will sie mir auch nichts verkaufen. Nicht einmal ihre Lieferanten verrät sie mir unter der Begründung, dass sie nur in Tonnen bestellt. Da werde ich ganz kleinlaut. Eigentlich möchte ich ganz klein und bescheiden anfangen. Zumindest noch zu diesem Zeitpunkt. Tja, da könnte ja jeder kommen. Bei der Knochenarbeit, die Sina als Pionierin auf ihrem Weg geleistet hat, kann ich es verstehen, dass sie jetzt nicht einfach bereitwillig für eine Fremde aus dem Nähkästchen plaudert.


Sina Trinkwalder

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Von Sina Trinkwalder höre ich zum ersten Mal von Claudia, einer Kollegin. Mitgerissen von ihrer Begeisterung kaufe ich mir das Buch. Ich bin mehr als beeindruckt. Sina Trinkwalder hängt Ihren erfolgreichen Job als selbständige Marketingfachfrau an den Nagel, kauft sich eine Industrienähmaschine und bringt sich das Nähen bei. Ich hatte als Kind wenigstens meine Mutter, der ich immer über die Schulter geguckt habe beim Nähen. Aber Sina fängt unerschrocken bei null an. Sie hat die Vision, Langzeitarbeitslosen in Deutschland eine Perspektive zu bieten mit Nähen in Deutschland und noch dazu mit nachhaltigen Rohstoffen, die bis auf die Baumwolle in Deutschland hergestellt werden sollen. Vor 30 Jahren hat sich die gut situierte deutsche Textilindustrie selbst amputiert und nach China verlagert. Es gibt nur noch wenige Know-How-Quellen in Deutschland. Doch Sina lässt sich nicht beirren und beschäftigt heute sehr erfolgreich 150 Näherinnen. Ihre Auftragsbücher sind voll.

Nachhaltigkeit. Dieser Begriff will mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Auch wenn ich es mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen kann, wie das funktionieren soll, ohne dass man draufzahlt.