Schaffenspause

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Liebe Unterstützer von Habaho,

ich erfahre sehr viel positiven Zuspruch für mein nachhaltiges Vorhaben und auch das Produkt wird von Vielen als brauchbar eingestuft. Aber es hilft alles nichts, wenn die Produktion keinen Gewinn abwirft.

Da ich kein Geld für ein marktdurchdringendes Marketing habe, muss ich von sehr geringen Stückzahlen ausgehen. Bei diesen Stückzahlen muss ich den Stoff beim Großhändler kaufen und kann nicht vom Hersteller beziehen. Anstatt mit 4 Euro muss ich dann mit 22 Euro pro Meter rechnen.

Mit geringen Stückzahlen fertigt kein großer Konfektionär mit Stundenlöhnen um 13 Euro für mich. Das heißt, ich muss in Nähstuben gehen. Dort beginnt der Stundenlohn bei 30 Euro. Ich kann nicht mit ungelernten Arbeitslosen nähen, da Habaho zu komplex und schwierig zu verarbeiten ist. Für einen Habaho ohne Massenzuschnittmaschine braucht ein Näher 2,5 bis 3 Stunden.

Wollte ich Habaho kostendeckend produzieren, müsste ich 130 Euro pro Stück verlangen. Da habe ich aber noch keinerlei laufende Betriebskosten oder Marketing bezahlt, geschweige denn etwas verdient. Es wäre nur finanzierbar mit einer echten durchorganisierten Massenproduktion.

Deshalb brauche ich jetzt erst mal Zeit, neue Ideen und neue Kontakte. Mein Ziel verliere ich nicht aus den Augen, aber ich gehe es jetzt mal stiller an.

Ich habe dieses Jahr viel gelernt und vor allem einen riesen Respekt vor dem Schneiderhandwerk bekommen. Ich glaube, kein Handwerk wird so schlecht bezahlt wie die Näher. Gleichzeitig schaudert mich, wenn ich die Billigklamotten in den Läden sehe, weil ich jetzt sehr genau weiß, warum die deutsche Textilwirtschaft tot ist und wer dafür blutet. Gar nicht zu denken an die Umweltschäden, die diese Billiganforderungen anrichten.

Ich wünsche euch eine gesegnete Weihnachtszeit und euch, mir und Habaho ein erfolgreiches neues Jahr!

Patrizia


Habaho – Produktion in D mit Flüchtlingen

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Meine lieben Fans,

ich habe wenig geschrieben in der letzten Zeit. Das liegt nicht dran, dass sich nichts getan hätte. Aber Vieles war mir zu vage, um bereits im Internet darüber zu schreiben.

Aber jetzt mag ich mich nicht mehr zurückhalten und erzähle euch von einer Begegnung, die mich in Euphorie versetzt hat. Durch Zufall – möchten viele hören, doch ich nenne es göttliche Fügung – bin ich einem deutschen Unternehmer begegnet, der aktuell eine neue Näherei in Deutschland aufbaut. Diese Näherei möchte er mit einem syrischen Flüchtling beginnen. Der Syrer musste seine eigene Textilproduktion aufgeben, um seines und das Leben seiner Familie zu retten. Alles, was ihm geblieben ist, ist sein Know-How. Mit beiden möchte ich Habaho in Deutschland produzieren. Wenn mehr Leute gebraucht werden, sollen weitere Flüchtlinge eingestellt werden.

Die Planung dieser Produktion und vor allem die Verkaufspreise der Produkte müssen wohl überlegt werden. Deshalb möchte ich jetzt nicht vorschnell mit dem Crowdfunding starten. Außerdem muss ich mein Marketing noch besser ausbauen. Noch kennt Habaho fast niemand.

Ich stoße auf Unverständnis, dass ich alles auf Bio und Nachhaltigkeit setze und jetzt auch noch teuer in Deutschland produzieren möchte. Es ginge so viel billiger in Asien (auf dem Rücken von Menschen, die angeblich froh sind, einen Job zu haben, von dem sie weder leben noch sterben können). Das muss jeder für sich verantworten. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Was wir tonnenweise auf unsere Felder kippen und die mit Hormonen und Medikamenten angereicherten Ausscheidungen von Mensch und Tier gelangen alle in unser Trinkwasser. Wie soll ich das meinen Enkeln erklären?

Wir leben in einer außergewöhnlichen Zeit. Alles gerät aus den Fugen. Deutschland wird von Flüchtlingen überrollt, Institutionen wie VW, FIFA und DFB zerlegen sich selbst. Diese Zeit erfordert ungewöhnliche Maßnahmen. Diese Zeit erfordert vor allem, dass man etwas tut.


GOTS Muster

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Das großzügige 2-Meter-Muster aus der Türkei ist bereits eingetroffen. Ich habe es auch schon vorgewaschen. Es ist nur die üblichen 2 % eingegangen. Das spricht schon mal für gute Qualität. Die Firma ist tatsächlich in der Datenbank von GOTS. Jetzt weiß ich aber trotzdem nicht, ob der Stoff nach GOTS hergestellt wurde. Er hat kein Brandzeichen 😉 Ein Zertifikat lag der Sendung nicht bei. Habe schon um Beweismaterial gebeten bei GOTS und beim Hersteller. Ich halte euch auf dem Laufenden.

 


GOTS ein Euro Unterschied???

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Die Messe, Munich Fabrics, war ein voller Erfolg. Ich habe die Hersteller gefunden, die ich brauche und von allen Muster angefordert. Dabei legte ich Wert auf das GOTS Label (Global Organic Textile Standard). GOTS ist der weltweit führende Standard für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert biologisch erzeugten Naturfasern unter Einhaltung von umwelttechnischen und sozialen Anforderungen an die gesamte textile Produktionskette vom Feld bis zum Shop. Für echtes Biofleisch bezahlt man bis zu fünfmal so viel wie für Fleisch aus Massentierhaltung. Von solchen Preisunterschieden ging ich bei Textilien auch aus. Doch was mir auf der Messe angeboten wurde, kann ich kaum glauben. Der erhöhte Preis für GOTS bei einem Meter Baumwolle beträgt bei einem türkischen Hersteller grade mal 1 Euro. Wie kann das sein??? Dieses Label werde ich genau überprüfen in der öffentlichen Datenbank. Wie glaubwürdig ist GOTS? Habt ihr da Erfahrungswerte? Wenn der Preisunterschied für einen Stoff, der keine Pestizide gesehen hat und nach dessen Produktion die Arbeiter gesund und fair bezahlt nach Hause gehen, so gering ist, warum werden dann überhaupt noch tonnenweise Gifte auf die Felder gesprüht? Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich werde dem nachgehen und euch stets transparent auf dem Laufenden halten.

Blick in die Messehalle, Fabrics München

Weiße Teppiche und klar strukturierte Messestände auf der Munich Fabrics

 


Heute ein Tandem und morgen Munich Fabrics

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Heute gab es ein Tandem für meine Flüchtlinge. Sie haben es sogar heil ins Heim geschafft.
Neben dem großen Spaß, das mir das Engagement für die Flüchtlinge bereitet, habe ich aber meinen Habaho nicht aus den Augen verloren.
Morgen geht’s zur Stoff-Hersteller-Messe nach München. Inzwischen habe ich schon einen guten Überblick und eine vorbereitete Liste mit interessanten Herstellern, die ich morgen abklappern werde. Bin sehr gespannt.


Danke Net-Women!!!

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Meinen ganz herzlichen Dank an euch liebe Net-Women. Ihr wart gestern ein wunderbares Publikum bei der Vorstellung meines Habaho. Ich hatte so ein klasse Feedback. Ihr habt mich gestern ein ganzes Stück weiter gebracht. Vielen Dank!!!
Vielen Dank auch an Frau Dr. Johanna Höhl-Seibel von Pomp-Sekt, die diese wunderbare Veranstaltung jeden Monat möglich macht und sponsort!
Die Auswertung meiner kleinen Umfrage, in der ich euch fragte, wieviel ihr für den Habaho aus Naturmaterialien bezahlen würdet, ergab einen Durchschnittspreis von 45 Euro. Das übertrifft meine Erwartungen und entspannt mich komplett.
Ich habe gestern auch Evelyn Toomistu-Banani, Designerin und Produktentwicklerin für Lederwaren getroffen. Sie wird mir helfen beim Entwurf eines exklusiven Habaho aus Leder und Filz! Ein weiteres edles Naturprodukt, das kein Futter braucht.
Seit heute steht meine Strategie fest: Ich werde beim Crowdfunding ein Modell des Habaho anbieten aus verschiedenen Materialien von erschwinglicher Baumwolle, über hochwertige kbA Materialien, aber auch neue technologische und strapazierfähige Stoffe (Tipp von Rebecca Schraml – danke!), die mir trotzdem umweltverträglich erscheinen (hier könnt ihr mir jederzeit Tipps geben zum Auffinden dieser neuen Materialien) bis hin zu Leder und einer limited Edition mit Stickerei. Ich bin voller Elan und erwache langsam aus meiner Sommerlethargie und den Sorgen, die mir der Businessplan gemacht hatte.
Mehr Fotos gibt’s bei Net-Women auf Facebook.

von rechts nach links: Nina Sedano (Die Ländersammlerin), Rebecca Schraml (Designerin), Aruna Baronner (Figur in Form) und ich

von rechts nach links: Nina Sedano (Die Ländersammlerin), Rebecca Schraml (Designerin), Aruna Baronner (Figur in Form) und ich

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Deutschkurs für Flüchtlinge

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Mir war nie bewusst, dass Asylbewerber vor Anerkennung Ihres Aufenthalts in Deutschland keine Mittel für einen Deutschkurs zur Verfügung gestellt bekommen. Wenn Sie dann aber die Aufenthaltsberechtigung bekommen, sollen Sie sich sofort um Job und eigene Wohnung kümmern. Wie soll das gehen ohne Sprachkenntnisse? Deshalb gebe ich jetzt ehrenamtlich einen Sprachkurs für die Flüchtlinge an meinem Wohnort in Eppertshausen. Letzte Woche war der erste Kurs mit neun Teilnehmern aus 6 Nationen. Mir hat es großen Spaß gemacht. Bin gespannt, wer nächste Woche wieder kommt. Bei einer Arbeitsgruppe „Flüchtlinge“ der Gemeinde Eppertshausen haben sich bisher 4 Freiwillige für Deutschkurse gemeldet. Das finde ich sehr ordentlich bei 3500 Einwohnern. Verstärkung können wir aber immer gebrauchen, um auf die individuellen Kenntnisstände eingehen zu können.


Punchen nach Bonnie Nielsen

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Hallo Leute,
wer beherrscht Punchen nach Bonnie Nielsen? https://www.facebook.com/TVP.Buch.punchen
Eine meiner Vergütungen beim Crowdfunding soll eine limited Künstleredition sein. Hier stelle ich mir eine moderne Stickerei nach den Ideen von Bonnie Nielsen vor. Wer beherrscht diese Maschinenstickerei? Kennt jemand einen der einen kennt ….


Früher war das Leben einfach

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Wenn ich früher etwas einkaufen wollte, habe ich mal schnell gegooglet und schon war ich im Bilde über die Preise und was es alles gibt. Heute brauche ich 20.000 Karabiner, 2.600 m Klettverschluss, 6500 m Stoff und ich finde 100te von Einträgen von Herstellern, die eine solche Vielfalt unter Fachbegriffen anbieten, die ich noch nie im Leben gehört habe. Und immer die Frage nach der Grammzahl pro qm. Ich habe doch keine Ahnung! Noch nicht!


Sightseeing am Schrottplatz

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Mit Maßband und Werkzeug mache ich mich auf zum Schrottplatz. Eigentlich wollte ich mir einen Sitz zum Maßnehmen für Zuhause ausbauen. Aber wenn ich die aufgegangenen Airbags und die zersprungenen Windschutzscheiben sehe, wird mir ganz übel. Nein, sowas möchte ich mir nicht ins Wohnzimmer stellen. Stattdessen vermesse ich tapfer die Abstände der Kopfstützenhalter. Bei Opel ist der Abstand mit am größten: 22,5 cm. Die Opelfahrer gehören zu meiner Zielgruppe. Deshalb müssen wir den Halteriemen vergrößern.


eMobilität BEM

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Bin bei einer Veranstaltung des Bundesverbands eMobilität bei Mitsubishi in Flörsheim. Bei der MKG-Bank gibt es ein eAuto ab 189 Euro/monatlich. In einem Vortrag muss ich erfahren, dass die Bayerische Staatsregierung 2013 von 1200 neu zugelassenen Fahrzeugen lediglich 2 Hybride und 1eMobil angemeldet hat. Schande über mein Heimatland. Bayern ist das Schlusslicht in Deutschland bei der eMobilität!


Produktentwicklerin

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Ich verstehe mich auf Anhieb mit Anne und wir nehmen uns zwei Stunden Zeit, alle Details meiner Prototypen durchzusprechen und wo wir hin müssen. Zunächst die drehbare Variante und später die tragbare. Anne ist Maßschneiderin und Schnittdirektrice. Sie wird den Schnitt am Computer erstellen. Dort lässt sich jede Änderung mit wenigen Klicks passgenau auf alle angrenzenden Teile übertragen. Anne hat alle Problemstellen auf Anhieb verstanden und wirkt am Ende begeistert von Habaho. Von ihrer Mutter werde ich sogar zum Mittagessen eingeladen 🙂


Windrad ohne Windräder und Energie, die nicht schläft

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Hab grad folgende Projekte auf Indiegogo unterstützt:

Vortex BladelessJoin the bladeless Vortex revolution! Support the creation of the commercial pilot for a wind generator without blades. Able to produce energy at a 40% lower cost than comparable wind installations. Vortex is also silent and safer for birds.

 

GravityLight 2: Made in AfricaToday, over 1 in 5 people do not have electricity and instead rely on dangerous and polluting kerosene lamps for light. GravityLight has been designed primarily as a safe, clean, and affordable alternative to kerosene lamps. Your support will enable us to help eliminate kerosene lamps and establish an assembly line in Kenya.
 

Diese Lampe leuchtet nur mithilfe der Erdanziehung. Sie braucht keinen Wind und keine Sonne. Die Erdanziehung geht nachts nicht schlafen!


Winnetou

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Heute ist Pierre Briece verstorben. Wer niemals sterben wird, ist Winnetou. Als Kind war ich Winnetou in allen meinen Tagträumen und habe die Welt gerettet. Diese Träume darf man irgendwann nicht mehr haben, sagen einem die Erwachsenen. Wenn man nicht rechtzeitig die Kurve kratzt ins „richtige Leben“, wird man ausgelacht. Heute habe ich die 50 überschritten und sehe das ganz anders. Mit 50 beginnt die Narrenfreiheit 😉 Wer mit 50 seinen Job verliert, hat sowieso fast alles verloren. Von da an kann man nur noch gewinnen. Wenn du heute deinen Job verloren hast, dann kauf dir eine Flasche Schampus, setz dich auf eine Parkbank und feiere den ersten Tag deines neuen Lebens.

Solltest du noch einen Job haben, aber du siehst den auf der Parkbank mit dem Schampus in der Hand, dann setz dich einfach zu ihm und frag ihn, ob er Winnetou kennt  😉


Fotoshooting

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Ich habe alle meine bisherigen Prototypen schön gebügelt für den heutigen großen Tag. Einer nach dem anderen wird in meinem gesharten Car in Szene gesetzt und abgelichtet.

Zu Anfang hatte ich immer nur in meinem 9 Jahre alten Polo maßgenommen. Inzwischen habe ich festgestellt, dass die Kopfstützen in den Autos immer kleiner werden. Jetzt sitzt die Kopfstützenlasche oft nicht optimal. Das sieht schlampig aus. Außerdem möchte Günter den Habaho nach hinten drehen und sogar wie eine Tasche mitnehmen können. Ich denke über eine Art Hosenträger-Halterung nach.

Ich schicke ein paar Fotos zu meinen Produzenten und zum TÜV. Bevor ich meinen Prototypen weiterentwickle, muss ich sicher gehen, dass der Habaho kein Sicherheitsrisiko im Auto darstellt.


Nespresso + Nähen

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Ich sortiere die Einzelteile, die ich bei der Schneiderin abgeholt habe. Der Habaho, den ich ihr zum Ändern gebracht habe, ist aufgetrennt. Die Stoffe für die anderen beiden sind zugeschnitten und einer ist teilweise genäht. Ich lege die Teile auf meinen letzten Schnitt und stelle fest, dass ein Teil davon nach dem neuen Schnitt geschnitten ist und der andere nach dem alten. Da kann ja nichts passen. Ich schaue mir den Aufgetrennten genauer an. An den Nähten erkenne ich, dass meine Schneiderin mein Problem mit dem umlaufenden Saum, den man drehen muss, damit vorne nicht die Rückseite aufliegt, ganz anders gelöst hat. Und zwar richtig clever. So machen das also die Profis. Es gibt nichts Lehrreicheres als Pannen. Ich habe wieder was dazu gelernt. Um es jetzt ordentlich zu machen fange ich erst mal an zu stecken. Auf der rechten Seite beim Flaschenbeutel liegen 4 Stoffschichten übereinander und die müssen haargenau gleich abschließen. Nee, das krieg ich freihändig nicht hin. Nach dem Stecken hefte ich, wie es sich gehört. Frau Huber, meine Handarbeitslehrerin wäre stolz auf mich – zum ersten Mal! Und nach Stunden der Vorarbeit nähe ich endlich in 10 Minuten. Und er sieht toll aus. Richtig professionell. Endlich habe ich ein Modell fürs Fotoshooting 🙂

Günter kommt auf einen Nespresso vorbei. Ja, ich liebe meine Citiz 60’s white und den köstlichen Kaffee, der immer ein bisschen nach George Clooney schmeckt. Der alleine ist schuld, dass ich auf diese köstlichen Kapseln aufmerksam wurde. Und jetzt? Lieber Herr Brabeck, bitte erfinden sie Cups aus Naturmaterial und verzichten Sie auf Profits aus der Wassergewinnung.


Immer noch Hanf und Autos

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Spiegel Online: „Apple-Manager schürt Spekulationen über iCar“. Yeah, yeah, yeah! Aber bis 2020 kann ich nun wirklich nicht warten. Zweifelt noch irgendjemand an den Zukunftsdeutungen von Lars Thomsen?

Manomama bezieht ihren Hanf aus dem Taubertal! Allerdings besteht die Jeans aus einem Baumwolle-Hanf-Gemisch. Ich hätte mir gestern eine bestellt, wenn ich beim Messen nicht auf den Unterschied von zwei Größen gekommen wäre 30/32. Sonst habe ich 28/34??? Ich muss in einen Shop zum Probieren.

Auch bei Hessnatur gibt es eine Hanfjeans. Der Hanf kommt aus China, die Baumwolle aus der Türkei. Alles kbA (aus kontrolliert biologischem Anbau. kbT heißt übrigens: kontrolliert biologische Tierhaltung).

Je mehr ich mich mit Hanf befasse, je mehr verliebe ich mich in diese Wunderpflanze. Auf die Droge habe ich mich nie eingelassen. Was selbst die Industriezüchtung hergibt, ist beeindruckend: 30 Aminosäuren, Omega 3 Fettsäuren, medizinische Wirkung zur Betäubung, Entspannung, für guten Schlaf und gegen Migräne! Das ist von deutschen Forschungslaboren bewiesen. Doch die Amerikaner haben so viel Angst vor dieser bösen Pflanze, dass sie alles unternehmen um über TTIP das Anbauverbot auf Europa auszuweiten. Ein weiterer Grund für mich, dass es richtig war, für die Greenpeace Petition „Stop TTIP“ zu unterschreiben.


Elektromobilität + Hanf

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Ingo Falkenstein ist ein Vorreiter im Rhein-Main-Gebiet mit seiner Agentur für Elektromobilität und fährt einen Tesla. Über ihn finde ich einen Vortrag des Zukunftsforschers Lars Thomsen auf YouTube. Jetzt wird mir klar, dass ich mich von meinen geliebten deutschen Premium-Autoherstellern verabschieden muss. Wie Nokia damals, als Apple das iPhone erfand, haben sie wohl alles verschlafen.

Ein Konfektionär schickt mir die Telefonnummer eines österreichischen Herstellers, der hochwertige Hanf- und Leinenstoffe nach GOTS (Global Organic Textile Standard) produziert. Herr Pilger möchte ein Foto vom Habaho, das er nach Unterzeichnung der Vertraulichkeitsvereinbarung auch von mir bekommen wird.

Wenn ich doch endlich ein Foto verschicken könnte! Ich rufe meine Schneiderin an. Sie erzählt mir, dass Sie seit drei Wochen nicht weiterkomme, weil der Schnitt nicht stimme. Sie habe mich nicht erreichen können. Ich habe eine Festnetznummer, ein Mobiltelefon und eine E-Mail-Adresse. Aber sie hat mich nicht erreichen können. Sie erzählt mir, sie habe auf mein Band gesprochen. Dabei habe ich gar keinen AB. Ich erkläre ihr, wo ich stehe, dass ich zwei Produzenten an der Hand habe und dass ich einen Produktentwickler brauche, der innerhalb einer Woche auf meine Änderungswünsche eingehen kann. Daran hat sie kein Interesse. Morgen hole ich meine Sachen bei ihr ab, bezahle den bisherigen Stundenaufwand und habe bereits einen Termin bei Anne Pfeiffer in Bad Endbach.

Jetzt brauche ich nur noch ein Auto, dass ich da hinkomme.


Hanf

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Der Anbau von Hanf für die Textilindustrie ist in Deutschland so gut wie nicht vorhanden. Lediglich Frankreich und Belgien produzieren genügend Hanf, der zum Großteil nach China exportiert wird. Auch mein Kontakt bei ITT Textiles bringt kein Hanfangebot zustande, weil sie keinen Lieferanten findet.

Aber Hanf ist mein Rohstoff der Zukunft: sehr gute CO² Bilanz durch wenig Wasserbedarf, wächst praktisch überall und braucht keine Pflanzenschutzmittel! Außerdem ist Hanf reißfester als Baumwolle.

Agrareigenschaften Hanf

+ Robuste, selbstverträgliche Pflanze, gut an das mitteleuropäische Klima angepasst

+ Schnelles Wachstum (bis zu 4 m in 100 Tagen), bei maßvoller Düngung

+ Starke Unterdrückung von Un-/Beikräutern durch schnelles und dichtes Wachstum, vollständiger Verzicht auf Herbizide

+ Kaum anfällig für Schädlingsbefall; in der Regel wird auch im Nicht-Öko-Anbau komplett auf Pflanzenschutzmittel verzichtet

+ Boden verbessernd, fördert die Gare, hinterlässt den Ackerboden unkrautfrei und aufgelockert; Ertragssteigerungen bei den Folgekulturen

+ Gut zur Erweiterung der Fruchtfolge als Vor- und Zwischenfrucht geeignet, ebenso wie als „Pionierpflanze“ zur Urbarmachung; trägt zum Erhalt der Biodiversität bei

o Beim Anbau wenig arbeits- und wasserintensiv

Quelle: Gülzower Fachgespräche Band 26, Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU)


Hausaufgaben

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Mein Coach hat mich eingedeckt mit Hausaufgaben: 5 Seiten To-Do-Liste, 3 Seiten Gliederung Business Plan befüllen … und dann ist da noch dieser Einwand von Günter. Er hat mir gesagt, dass er den Habaho nicht ausräumen möchte, wenn jemand zusteigt. Er möchte ihn lieber nach hinten drehen. Das klingt sehr interessant. Allerdings sind damit meine drei Prototypen, die ich gerade für’s Video nähen lasse, schon wieder überholt.

Mein Webmaster hat die Idee das Video von Film-Studenten drehen zu lassen. Warum eigentlich nicht?

Hab grad ein neues Rücklicht und einen LED-Scheinwerfer, der mir die Nacht zum Tage machen wird, an mein Radl gebastelt. Außerdem bekommt mein 25 Jahre altes Fahrrad einen neuen Gel-Ultra-Bequem-Sattel. Wer so was kann, kann auch ein Unternehmen gründen. Früher gab es für diese Sachen Ehemänner. Aber wenn man sich heute so etwas anschafft, dann weiß man nicht mal mehr, ob das Frau nicht alles besser macht. Auf jeden Fall macht sie es schneller.

Ich bin auf der Homepage der Wirtschaftspaten.de. Am ersten Dienstag im Monat ist Sprechstunde. Der Verein berechnet für das Erstgespräch eine Kostenpauschale in Höhe von Euro 40,00 danach für jede weitere Stunde der Tätigkeit Euro 25,00 und für Fahrten Euro 0,30 pro gefahrenen km oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, zuzüglich der gesetzlichen MWST. Das lohnt sich allemal.


Prototypen

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Ich krieg die Krise: Vor fünf Wochen habe ich meiner Schneiderin die Stoffe gebracht für 2 neue Habahos und eine Umarbeitung. Mir brennt es unter den Nägeln, weil ich ein Foto brauche für meine Konfektionäre. Doch sie geht nicht ans Telefon.

Dafür mache ich im Rahmen des StrategieForums Kronberg eine Probefahrt im BMW i8. Er hat keinen Handtaschenhalter und bietet keinen Platz für eine große Flasche. Nur diese kleinen Vertiefungen, wo doch nichts hält. Vor allem nicht, wenn man in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt (Das kommt an den Tesla nicht ran). Die machen Werbung mit einem 2l-Verbrauch. Wenn man dieses Auto aber fährt, wie es ihm gebührt, liegt er bei 7 Liter. Was mir bei vielen Sportwagen nicht gefällt, ist diese riesige Mittelkonsole. Da wird jedes Schmusen, Bussi oder Händchenhalten mit dem Liebsten unmöglich gemacht.


Schlossgrabenfest in Darmstadt und Termin beim Webmaster

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Nach dem Coaching habe ich mein erstes Date mit meinem Webmaster. Ich fahre mit dem Bus und finde es klasse. Wir rauschen an jeder Ampel einfach durch.

Wofür man noch vor ein paar Jahren viel Geld bezahlt hat, gibt es heute im Baukastensystem passgenau ohne Schnickschnack, den man nicht braucht, übersichtlich und zur weiteren Selbstverwaltung. Die Gebühren sind leicht vergleichbar und das Honorar für das erste Setup liegt hier bei 1500 Euro. Einrichten eines Webshops kostet nochmal so viel. Aber den brauche ich erst nach dem Crowdfunding.

Der letzte Direktbus nach Eppertshausen geht um 18:14 Uhr. Dann singt Andreas Bourani heute Abend eben nicht für mich 🙁 Ich muss Hausaufgaben machen 🙁

ARD Alpha bringt eine Doku über Edward Snowden. Kein einziges EU-Land hat ihm Asyl gewährt aus lauter Angst, es sich mit den Amis zu verscherzen. Und alle europäischen Regierungen verschließen Augen und Ohren vor GEHEIMEN Handelsvereinbarungen unter dem Namen TTIP. Überall Angst vor der Wahrheit. In welchen Zeiten leben wir eigentlich?


Schneider-Produkt-Designer

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Meine Muster liegen schon wieder fast vier Wochen bei meiner Schneiderin. Ich weiß, sie leidet an Migräne und hat viel Arbeit. Jedes Mal, wenn ich bei ihr war, hat sie beim Abschied betont, dass ich nicht anzurufen bräuchte. Sie würde sich melden. Aber ich brauche die Fotos für Engin Eren, damit ich ein Angebot bekomme und die Produktionskosten berechnen kann.

Ich brauche einen Produktentwickler an meiner Hand, der sofort auf meine Ideen reagiert und losnäht. Ich kenne eine junge Frau bei Gießen, die ich evtl. dafür gewinnen könnte. Aber wie komme ich schnell und spontan nach Gießen ohne Auto?

Die Produktion mit nachhaltigen Textilien ist eine Herausforderung. Mein Coach hat mich darauf hingewiesen, dass Diplomanden an den Hochschulen Praxisprojekte suchen. Und die kosten nichts!!!


Twitter Link: www.bethge.org/2015/04/04/langsam-anziehen/

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Kommentar: Warum wir eine neue Mode brauchen

Von Philip Bethge, DER SPIEGEL 15/2015

„Aldi hat sich diese Woche auf Druck von Greenpeace verpflichtet, bis zum Jahr 2020 nur noch Textilien ohne umwelt- oder gesundheitsschädliche Chemikalien anzubieten. Auch Lidl, Rewe, Tchibo und andere Händler haben auf die “Detox”-Kampagne der Umweltschützer reagiert. Ein schöner Erfolg, aber alles darf das noch nicht gewesen sein. Denn was wir wirklich brauchen, ist eine neue Modebewegung, die weg von der Fast Fashion und hin zur nachhaltigen Klamotte mit langer Lebensdauer führt. Vorreiter dieser Bewegung müssten vor allem die jungen YouTube-Wilden sowie die Schönen und Reichen sein, die uns bereits heute alles Mögliche verkaufen. Ich möchte Rapper sehen, die Firmen wie Nurmi groß machen, deren Jeans aus Stoffresten bestehen. Ich möchte Popstars in Upcycling-Schuhen aus alten Reifen und Lederresten tanzen sehen und Schauspieler, die auf der Berlinale in Kreationen von Labels wie Armedangels oder Brainshirt über den roten Teppich schreiten. Nur wenn Ökoklamotten das Image des Jutesacks loswerden und Ideen wie der “unendliche Kleiderschrank” des Klamotten-Leihshops Kleiderei als cool gelten, wird sich die “Slow Fashion”-Bewegung durchsetzen können. Der Wandel ist dringlich: Etwa 10 000 Liter Wasser verschlingt die Produktion eines Kilos Baumwolle. Vor allem deshalb trocknet beispielsweise der Aralsee aus. In China sind etwa zwei Drittel der Gewässer vergiftet, größtenteils mit Chemikalien aus der Textilindustrie. Rund 4,3 Millionen Tonnen Kleidung landen in Europa jährlich im Müll. Ein neues Party-Top bringe es im Schnitt auf nur 1,7 Einsätze, sagt Kirsten Brodde von Greenpeace. Hätte es dafür wirklich produziert werden müssen?

Ich baue auf euch, ihr Fairtrade-Kaffee trinkenden, Biogemüse knabbernden Fahrradfahrer: Nehmt endlich auch die Kleider in euer Weltverbesserungsprogramm auf!“

Auch ich muss lernen, umzudenken. Keine Diesel-Jeans mehr. Verzichten auf diese absolute Qualität und dauerhafte Passform auch nach dem zehnten Tragen. Außerdem gehört Diesel zum Nestle-Konzern, habe ich vor kurzem erfahren. Das geht ja gar nicht. Nestle kauft billige Grundstücke im Niemandsland und in Wüsten. Dann bohren sie nach dem kostbaren Grundwasser, das es bis dahin kostenlos für die umliegende Landbevölkerung gab. Nestle bohrt aber so tief und zapft so viel ab, dass der Grundwasserspiegel sinkt und für die Menschen unerreichbar wird. Dann dürfen sie das in Plastik verpackte Wasser zu teurem Geld im Supermarkt kaufen. Ja, in Europa bezahlen wir auch für unser Wasser. Aber im Normalfall nicht an ein privates, profitorientiertes Unternehmen.

Nein, Diesel geht nicht mehr. Auch wenn kein Arsch so sexy aussieht wie in einer Diesel-Jeans.


Gründertreff der Hochschule Darmstadt

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In einem interaktiven Vortrag stellen ehemalige Studenten ihre Start-up Agentur für Online-Kommunikation „quäntchen + glück“ vor. Sie lassen tief hinter die Kulissen blicken, geben Beispiele aus ihrem Gründeralltag über Praxis der Buchhaltung, Corporate Identity, Preisgestaltung, Stundenlöhne, Büroräume, Recruiting, schwierige Kunden und vieles mehr. Der Wirtschaftspate als Moderator lässt sie Fallbeispiele erklären und fragt die Teilnehmer: „Wie würden Sie entscheiden?“ Das Publikum beteiligt sich rege und am Ende erklären Jan Jessen und Tobias Reitz wie sie ihr jeweiliges Problem gelöst haben.


Produktentwicklung

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Meine Designerin erläutert mir, wie wichtig es ist, einen Produktentwickler zu haben, der auch das Nähhandwerk versteht. Der Prototyp muss ständig verbessert werden und das Konzept muss auf meine Zielgruppe zugeschnitten sein. Sie gibt mir eine Anleitung im Collagenbasteln: Meine Zielkundin Susi ist 28 Jahre alt, hat ein Kind und einen Kleinwagen, sie macht ….. usw. Auf die Interessen meiner Kunden soll ich mich konzentrieren, nicht nur auf meine eigenen.

Wo und wie finde ich einen Schneider-Produktentwickler?

Wird Zeit, dass ich eine Homepage bekomme. Solche Fragen muss ich ins Web posten.


IHK Werkstattgespräch Export/Import

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Mit meinem gesharten Car fahre ich natürlich gesittet nach Darmstatt. Wegen diesem Wahnsinnsverkehr morgens in Darmstadt komme ich wieder mal zu spät.

Zollvorschriften! Das Einzige, was ich am Ende verstehe, ist, dass die Firmen keine Odysseen durch drei Kontinente scheuen, um die Herkunft Ihres Produktes irgendwie zu verschleiern und Zölle zu umwandern. Und am Ende hängt es doch von der Laune des Zollbeamten ab. Vieles ist Ermessenssache. Gut, das ist nicht mein Thema. Bei mir gibt es keine Mauscheleien. Außerdem lerne ich, dass Software keinen Ursprung hat, solange sie auf keinen Datenträger gebrannt ist. Internetdownloads sind nicht zollpflichtig. Schade, dass das Beamen immer noch nicht erfunden wurde. Wie damals auf der Enterprise könnte ich meine Habahos einfach an alle Enden des Universums beamen – zollfrei!

Wie ist das mit den Importzöllen für meine Kunden? Ich muss also schon beim Crowdfunding als Firma deklarieren. Das wird noch ein Riesenthema. Ich will ja mein Startkapital auf der ganzen Welt einsammeln. Meinen Investoren muss ich Vergütungen zusenden. Das sind normalerweise Naturalien bzw. Produkte und die sind zollpflichtig. Gut. Step by step. Ein Problem wird nach dem anderen gelöst.

Abends fahre ich mit Zug und Fahrrad zum Geburtstag einer Freundin. Sie wohnt in einem so kleinen Nest wie ich und wir haben eine direkte Zugverbindung ohne Umsteigen. Langsam finde ich Gefallen an den Öffentlichen.


Anruf vom Konfektionär

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Ein Konfektionär und Volldienstleister aus Wuppertal ruft mich an. Er braucht eine konkrete Vorstellung von meinem Produkt, um ein verlässliches Angebot zu machen. Wir verbleiben, dass ich ihm ein Foto vom neuen Prototypen schicke samt NDA, zu Deutsch Vertraulichkeitserklärung. Für ihn ist das gar kein Problem. Aus Angst vor Design-Klau habe ich Frau Gabriel auch schon mal ein solches Non-Disclosure-Agreement vorgelegt mit einer Strafandrohung über 10.000 Euro bei Datenmissbrauch. In den Geschäftsleitungsbüros, wo ich mein halbes Leben verbracht habe, war das ganz normales Tagesgeschäft. Doch Frau Gabriel hat so was noch nie gesehen, war empört und reichte mir stattdessen ihre Hand zum Kaufmannsehrenwort.


Nachhaltigkeit

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Mein Coach hat mir schon zweimal gesagt, dass ich meine Nachhaltigkeitsstrategie aufs Papier bringen soll. Ja, das ist alles nicht so einfach. Zumal kleine Hersteller nichts mehr abbekommen von den Bioqualitäten. Die Großen kaufen auf, was es gibt. Ich muss mal ein paar Bauern hier antriggern und zum Marihuana-Anbau überreden. Nein, nein, ich meine natürlich Industrie Hanf (Cannabis Sativa mit weniger als 0,2 % THC)!

Wenigstens fange ich heute schon mal an, potenzielle Produzenten für meine erste Charge anzuschreiben. Es kommt auch prompt eine Rückfrage. Das erste Angebot ist in Arbeit.


IHK Markensprechtag

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Heute steht noch einmal Markensprechtag auf dem Programm. Dieses Mal habe ich mich besser vorbereitet. Vor allem stelle ich mehr Fragen. Dr. Tim Becker meint, ich habe mit meiner Wortmarkenanmeldung erst mal alles richtig gemacht. Logo und Design kann ich anmelden, wenn ich an die Öffentlichkeit gehe. Er zeigt sich interessiert für mein Produkt und weist mich auf ein Verkaufsargument hin, an das ich noch gar nicht gedacht habe. Seine Frau stellt ihre Tasche immer in den Fußraum, weil sich auf dem Sitz das Kontrollpiepsen für den Sicherheitsgurt meldet. In meinem Habaho schweben die Taschen über den Dingen 😉


Texprocess

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Ich übe mich öffentlich und fahre mit der S-Bahn nach Frankfurt zur Internationalen Leitmesse für die Verarbeitung von textilen und flexiblen Materialien.

Taiwan, Italien, China und wo sind die deutschen Hersteller? Gibt’s überhaupt noch welche? Hier steht alles auf Englisch: embroidery, sewing … Ich lerne, dass Unterwäsche heute geklebt wird mit Klebmaschinen, die aussehen wie Nähmaschinen.

Juki. Bin beim heutigen  Mercedes der Nähmaschinenhersteller angekommen. Früher hießen die mal Pfaff und Singer. Der Stand ist riesig, überall surren die Motoren angenehm, weich, rund, gedämpft. Kein Schnattern, Rattern oder heulen. Wozu die laute Musik? Macht diesen einzigartigen Sound kaputt. An jedem Tisch ein anderer Stich, eine andere Maschine, Overlock mit 4 Ober- und zwei Unterfäden. Die LU2810A70BBS/X73166-BB kann diese auftragenden Ziernähte auf den Jeanstaschen, die grad so angesagt sind. Ein dünner Unterfaden und von oben ein Garn wie eine geflochtene Schnur.  Was es alles gibt! Ich schaue den Nähern und Näherinnen eine ganze Zeit lang über die Schultern. Bei niemandem bricht eine Nadel. Nirgends gibt’s ein Kuddelmuddel mit dem Unterfaden. Warum nur immer bei mir?

Tajima: 12 Stickroboter nebeneinander sticken mit jeweils 12 Oberfäden simultan und automatisch komplizierte japanische Muster. Kein einziger Faden reißt!

Dann endlich bei den komplizierten Lege- und Zuschnittmaschinen finde ich einen deutschen Hersteller: Bullmer. Die haben eine Bedampfungsvorrichtung an der Legemaschine. Damit spart man Zeit und Material, da der Stoff nach der Bedampfung nicht mehr „krumpft“.  Das ist Textilerdeutsch. In meinem früheren Leben hieß das noch „Schrumpfen“. Bin fasziniert von diesen hochpräzisen Laserzuschnittmaschinen. Da lassen sich Nadelstreifen für Anzüge akkurat ausrichten. Doch zum Glück brauche ich diese Lasercutter nicht. Für meinen einfachen Schnitt tut’s eine ganz einfache Lege- und Stanzmaschine, die viele Lagen auf einmal schafft.

Madeira heißt ein Garnhersteller aus Freiburg. Dort lasse ich mir erklären, dass ein Viskosegarn das ökologischste ist, was man auftreiben kann und das robust genug ist. Baumwollgarne sind nur stabil mit Polyestergemisch. Bei der traditionellen Seidenherstellung wird die lebendige Puppe über heißem Dampf gekocht. Nein, das ist nix für meine Ökoohren. Weltweit soll es zwei Hersteller geben, die ein Loch in den Kokon bohren, damit der Falter nach der Metamorphose ausfliegen kann. Dabei wird der gesponnene bis zu 3000 m lange Endlosfaden beschädigt und die Seide verliert an Qualität. Diese Seide wird unter dem Namen „Peace Silk“ gehandelt.

Bei den Vorträgen im Forum lerne ich, dass man in Mazedonien eine gute Textilindustrie vorfinde und zu guten Preisen und ohne Ärger produzieren lassen könne. Griechenland sei gut für Wirkware, aber zu teuer. Georgien biete sich an für Neueinsteiger habe aber keine Rohware. Die Türkei stehe an dritter Stelle nach China und Bangladesch für deutsche Stoffimporte und sei ein verlässlicher Partner.  Und Uganda? Uganda exportiert 0,0 % Baumwolle nach Deutschland.

Die Lenzing AG am Attersee in Österreich hat sich spezialisiert auf Zellulosefasern (Viskose, Modal, TENCEL). Aber auch sie haben noch keinen Klettverschluss aus Zellstoff erfunden.

Und dann treffe ich auch noch einen ehemaligen Chef aus der Elektronikbranche. Er ist jetzt Geschäftsführer eines Garnherstellers. Männer trauen sich einfach alles. Frauen wagen sich meist nie in Bereiche, die sie nicht studiert haben. Ich lasse mir von ihm einen Kaffee servieren 😉 und das zu 99 % recycelte Polyestergarn erklären.


Näherin gefunden

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Endlich habe ich eine Näherin gefunden. Sie hat sogar einen Meisterbrief. Ich bringe ihr mein selbst genähtes Muster, den provisorischen Schnitt, eine unausgereifte Nähanleitung und bitte sie darum, meine Amateurarbeit mit Ihren Meisterkenntnissen zu verbessern, so dass es besser aussieht als meine. Sie ist gut ausgelastet, hat wenig Zeit für die Kreativität anderer Leute und schaut mich skeptisch an. Doch sie will es versuchen.


Carsharing

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Die nächsten 3 Monate überlasse ich mein Auto meinem Sohn. Das habe ich ihm schon zu Jahresanfang versprochen, damit er seinen vorübergehenden Lehrlingsaußenposten besser erreicht.

Anfang des Jahres hatte ich noch einen Job in Fahrradentfernung und träumte nur von der Selbständigkeit. Doch mein Versprechen wieder zurückzuziehen, weigere ich mich. Es war mir schon so unangenehm das Auto, das ich ihm schon ganz überlassen hatte, zurückzufordern als ich meinen Job samt Geschäftswagen vor zwei Jahren verloren hatte.

Aber ich habe über Autonetzer.de tatsächlich einen privaten Carsharing-Kontakt gefunden 🙂 Die 5 km dahin fahre ich mit dem Radl. Es ist eine A-Klasse 🙂 Kein AMG und schon 10 Jahre alt. Aber immerhin.


IHK Werkstattgespräch „Rechtsform“

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Diese Frühstücksworkshops mit Kaffee und Butterbrezel für 10 Euro gefallen mir immer besser. Die haben da immer echte Experten, die von Ihren Erfahrungen aus der Praxis berichten. Das ist ja immer noch mal ganz was anderes wie das Wissen aus den Lehrbüchern. Bei internationalen Geschäften empfiehlt sich die englische Ltd. sagt die Rechtsanwältin, weil da bei den ausländischen Geschäftspartnern weniger Missverständnisse entstehen würden. Dazu muss ich mich später nochmal genauer beraten lassen. Im Moment erscheint mir die neue deutsche UG haftungsbeschränkt am nächstliegenden.


Frust die 2.

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Immer mehr Argumente nagen an meiner Entscheidung für Ökologie und Nachhaltigkeit. Es gibt nichts vergleichbar Praktisches und einfach zu Verarbeitendes wie einen Klettverschluss. Außerdem darf den Beifahrer ja nichts in den Rücken drücken, wenn er auf dem Habaho sitzt. Sämtliche Druckknöpfe, Haken oder Bikiniverschlüsse tragen zu sehr auf, sind aufwändig zu verarbeiten und kompliziert in der Anwendung. Nächste Woche ist die TexProcess in Frankfurt. Vielleicht finde ich da etwas Neues.

Des Weiteren verliert meine Ökowelt an Farbe. Unifarbenen Baumwoll-Köper bekomme ich in vielen Farben, das ist nicht das Problem, aber die Futterstoffe sollten farbig und gleichzeitig robust und für eine angenehme Haptik glatt und griffig sein. Da wird es schwierig. Abgesehen davon, dass es kaum schöne, dezente Muster gibt, ist fast alles aus Polyester. Und an die Farbechtheit und UV-Beständigkeit will ich gar nicht denken.

Irgendeinen Tod muss ich sterben. Nur welchen? Bzw. reicht einer? Ich muss mir meine eigene Nachhaltigkeitsstrategie basteln. Bei mir wird es auf jeden Fall faire Arbeitsbedingungen geben. Aber was kann ich von meinen Lieferanten verlangen? Wenn ich in die ganze Welt versende, dann ist der Produktionsstandort fast egal. Wenn ich in Südeuropa produziere, hat ganz Europa was davon.


Auto?

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Zu meinem Coaching fahre ich immer wie eine fertig gebackene Unternehmerin. Ich überhole BMWs und Mercedes’, lasse alles hinter mir und stelle mir vor, ich fahre die neue A-Klasse 250 Sport AMG. Ja, das geht mit meinem Polo 1,2 Liter 😉

Darf man als Öko-Unternehmer schnell fahren mit einem schönen Auto? Ist die A-Klasse umweltverträglich genug? Was gibt es denn da sonst Neues auf dem Automarkt? Schließlich muss ich es von Eppertshausen bis nach Darmstadt schaffen und ich muss mein Auto wiedererkennen, wenn ich zurück zum Parkplatz gehe. Gibt es außer den deutschen Marken irgendwas Akzeptables? Diesen Vaterlandsverrat wollte ich doch nie begehen.

Mein Sohn studiert Fahrzeugtechnik. An seiner Hochschule wird ein Elektro-Rennwagen entwickelt. Die sollen mal endlich in die Pötte kommen, damit ich mir ein ordentliches Auto kaufen kann.


Arbeitsbeschaffung für Hausfrauen und Handelsmargen

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Mein Coach fragt mich, wie ich mir die Produktion vorstelle und bringt das Thema auch auf die Beschäftigung von Näherinnen in Heimarbeit, die nach Stückzahlen entlohnt werden. Vielen Frauen mit Kindern wäre hierbei geholfen, weil sie sich ihre Arbeitszeit frei einteilen könnten. Das klingt zunächst plausibel und sinnvoll für mich. Aber ich will höher hinaus. Ich möchte diese Welt mit Habahos beliefern. Dafür brauche ich eine industrielle Produktion. Allein der logistische Aufwand und die unmögliche Qualitätssicherung bringen das Hausfrauenmodell zum Scheitern. Für die Heimarbeiterinnen habe ich aber schon Idee Nr. 2 in petto 🙂

Fast jede Frau, mit der ich über mein Projekt spreche, fragt mich, ob ich DaWanda kennen würde. Ja, ich kenne DaWanda, ich kenne ebay und Amazon und ich kenne all die anderen Kataloge und Werbeartikelportale, in die man angeblich unbedingt reinkommen muss, um Umsatz zu machen. Das mag ja sein. Vielleicht werde ich auch noch eines Besseren belehrt. Aber im Moment habe ich keine Lust, extra Handelsmargen einzukalkulieren, die ich an diese Portale abgeben muss. Ich möchte mein Produkt nachhaltig mit umweltverträglichen Rohstoffen produzieren. Daraus soll sich der Verkaufspreis ergeben und nicht aus Handelsmargen. Mein Produkt möchte ich zuerst mal über einen eigenen Webshop ohne Umwege an den Endverbraucher verkaufen.


Frust

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Im Internet finde ich keinen Ökostoff, der UV-beständig ist. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Allerdings fahre ich seit Monaten mit meinem schwarzen Habaho durch die Gegend und er ist kein bisschen ausgebleicht. Dieses Problem wird mich nicht dazu zwingen, meine Nachhaltigkeitsstrategie zu ändern. Ich muss eben von Anfang an offen mit diesem Thema umgehen und den Kunden darauf hinweisen, dass der Schutz der Natur, das perfekte Aussehen beeinträchtigen kann. Wem die Optik wichtiger ist, ist eben nicht mein Kunde.


Politik

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Sina twittert: „Die bayerische Ministerin Müller will PRig manomama besuchen. Vor 5 Jahren habe ich deren Ministerium besucht. Und eine Abfuhr erhalten. Manomama ist kein Politspielplatz, sondern Arbeitsplatz für jene, die niemand interessiert. Hat das Sozialministerium BY jetzt schriftlich.“

Sina, du hast ja so recht. Trotzdem frage ich mich, ob es zunächst wirklich der eisigen Konfrontation bedarf, um etwas zu verändern, oder ob es doch effizientere Wege gibt.


Vermutlich 700 Tote bei Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

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Warum müssen immer erst Menschen sterben, bevor Politiker aktiv werden? Als Europabürgerin bin ich eine Nutznießerin von jahrhundertelanger Ausbeutung von Afrika und anderen Kolonialstaaten. Auch ich stehe in der Verantwortung. Im Nachhaltigkeitsnewsletter des Handelsblattes habe ich kürzlich von einem Unternehmen in Uganda gelesen, das die produzierte Baumwolle, anstatt nach Asien zur Veredelung zu exportieren, neuerdings selbst verarbeitet nach Bio-Standards unter dem CmiA-Siegel. Das werde ich weiter verfolgen.


Meine erste Coachingstunde

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Frau Dr. Förster ist eine klasse Frau. Promovierte Wirtschaftsinformatikerin, hat die Welt gesehen, vielfältige Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt und jetzt mich aufgelesen. Ich mag es, wie sie sich stakkatomäßig an die Agenda hält und sich nicht von meiner Begeisterung für mein Produkt ablenken lässt. Nicht einmal vor Crowdfunding schreckt sie zurück.


Kein Aprilscherz!

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Lieber Herr Wallraff, ich finde Ihre letzte Reportage über die Zustände beim Arbeitsamt, die Hilflosigkeit gegenüber Langzeitarbeitslosen und die Methoden zur Beschönigung der Statistik sehr gut und wichtig, aber ich muss jetzt mal eine Lanze brechen für die Deutsche Agentur für Arbeit. Gestern habe ich beim Bildungszentrum angerufen und heute sitze ich bei Frau Reiser, die mir die 5 Module zur Existenzgründungsberatung erklärt: 6 Monate Coaching mit 2 Stunden Beratungsgespräch pro Woche zur Erstellung eines Businessplans und Vorbereitung der Unternehmensgründung. Und alles bezahlt vom Arbeitsamt! Ich kann es kaum fassen.


Gründungsberatung

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Im Internet suche ich nach Beratern für Existenzgründer mit Kenntnissen über Crowdfunding. Die Resonanz ist schwach. Crowdfunding ist noch weitgehend unbekannt. Die Beraterhonorare beginnen bei 60 Euro/h. Nach oben gibt es keine Grenzen.

IHK: Der freundliche Herr am Telefon hat keine Erfahrung mit „Schwarmfinanzierung“, wie er sich auszudrücken beliebt, gibt sich gespielt verständnisvoll für meine wahnwitzige Idee und versucht mir deutlich zu machen, wie wichtig doch ein solider Businessplan sei selbst bei dem außerordentlichen Marktpotenzial, das er in Windeseile auszurechnen vermag. Immerhin gibt er mir die Telefonnummer einer Kollegin, die mir mit dem Gründerzuschuss vom Arbeitsamt weiterhelfen kann.

Jumpp, Frankfurt: Ich rufe beim Sprungbrett für Existenzgründerinnen an und frage dummerweise zuerst nach den Beratungskosten. Prompt bekomme ich die Antwort, dass das mit 30 Euro für eine Telefonberatung anfängt. Die Beratungen vor Ort beginnen bei 80 Euro/h. Beim zweiten Anruf ein paar Stunden später stelle ich mich dümmer und erfahre in einem langen, sehr freundlichen Gespräch ohne Extrakosten alles, was ich wissen will. Bei Jumpp gibt es erste Erfahrungen mit Crowdfunding aber keine Unterstützung vom Arbeitsamt. Das kann ich mir definitiv nicht leisten. Vom kostenlosen Mentoring, in dessen Genuss Ariane gekommen ist, höre ich nichts.

RKW: Beim RKW gibt es wenigstens ein kostenfreies Erstgespräch.

KfW: Ich finde die Startothek für Gründungsstarter und bestelle Informationen zu meiner Branche.

Kreativwirtschaft: Beim Hessischen Wirtschaftsministerium gibt es eine Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung. Dort kenne man sich mit Crowdfunding aus. Meine erste Recherche schreckt mich erst mal ab, weil ich hauptsächlich über die vielfältigen Risiken für den Investor lese. Wir sprechen beim Crowdfunding über Investitionen, die bei 5 Euro beginnen. (Monate später stellt sich die Homepage ganz anders dar. Wir lernen eben alle erst, mit dieser neuen demokratischen Art der Finanzierung umzugehen. )

Arbeitsamt: Schließlich antwortet meine Sachbearbeiterin, die am Morgen meine erste E-Mail bekommen hat, mit einem Hinweis auf einen Gutschein zu einem Existenzgründercoaching. Diese Fatamorgana gibt es also tatsächlich! (seit März 2015 neu aufgelegt)


PIZ Darmstadt

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Beim Patentinformationszentrum hilft mir eine freundliche Dame bei der Recherche meines Markennamens Habaho und den dazu passenden Produktklassen (30 min für 30 Euro). Habaho gibt es noch nicht in meinem Produktsegment. Ich kann bei diesem Namen bleiben, der mir immer besser gefällt. Er lässt sich auch von meiner Designerin genial gestalten 🙂


IHK Markensprechtag

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Die Termine (kostenlos) waren alle vergeben. Ich lasse nicht locker und setze meinen Namen auf die Warteliste. Und wer sagt’s denn: Mein Termin ist um 13:00 Uhr.

Ich lasse mir den Unterschied zwischen Patent (technisch), Gebrauchs- bzw. Geschmacksmuster (heißt neuerdings „Design“) und Marke erklären und entscheide mich zunächst für die Anmeldung der Wortmarke (300 Euro). Die Gebrauchsmusteranmeldung kostet zusätzlich Geld und gilt nur in Deutschland. Ich habe nicht vor, einen Patentanwalt zu beschäftigen, der den Markt abgrast, um potenzielle Kopierer aufzuspüren und anzuklagen. Wenn mein Produkt so toll ist, dass es Kopierer findet, dann ist das klasse. Mein Markt sind alle Menschen dieser Welt, die auf dem Beifahrersitz Gegenstände transportieren.

Weltweit werden jährlich über 80 Mio. Fahrzeuge hergestellt. Davon über 5 Mio. PKWs allein in Deutschland. Der Bestand betrug 2011 weltweit über 1 Mrd. Kraftfahrzeuge (inkl. LKW und Busse) davon 46 Mio in Deutschland (Quelle www.oica.net). Somit besitzt in Deutschland jeder zweite Bürger ein Kfz. In einer Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes waren von den 43.431.124 Personenkraftwagen (Pkw) am 1. Januar 2013 über 14,38 Millionen Frauen im Zentralen Fahrzeugregister des KBA als Halterin eines Pkw eingetragen. Das entspricht rund 33,1 Prozent. Davon lässt sich ableiten, dass in den Industriestaaten rund ein Drittel der Autohalter Frauen sind. Weltweit benutzen vermutlich 300 Mio. Frauen ein Auto. Vermutlich ebenso viele Frauen führen in ihrem Auto eine Handtasche mit sich.

Diesen Markt kann ich mit anderen teilen. Ich konzentriere mich lieber darauf, dass die Marke „habaho“ von Anfang an ihr eigenes Profil hat, für Nachhaltigkeit vom Erzeuger bis zum fertigen Produkt, faire Arbeitsbedingungen und beste Qualität und Verarbeitung steht. Das wird mir so schnell keiner nachmachen. Die Industrie tickt noch profitgierig, aber der Verbraucher hat es längst kapiert, dass es so nicht weitergeht mit diesem Planeten. Der Verbraucher weiß nur immer nie, wie er etwas verändern kann. Aber es gibt immer mehr von uns Weltverbesserern. Der Verbraucher kann durch sein Verhalten und seine Entscheidungen sehr viel bewirken.


Crowdfunding (Schwarmfinanzierung)

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Wie geht Crowdfunding? Das ist meine Chance. Banken um Geld betteln, sich einen Businessplan aus den Fingern saugen, beim Arbeitsamt die Frist ausjonglieren, dass man Anspruch erhält auf lächerliche 300 Euro Gründerzuschuss ohne jegliche weitere Zahlung  (so hatte ich das zu diesem Zeitpunkt jedenfalls verstanden) – nein! Das ist nichts für mich. Crowdfunding ist eine dieser genialen neuen Erfindungen, die nur dank des Web 2.0 möglich geworden sind. Ich liebe das Internet. Es hebelt all diese Bastionen der etablierten Geheimniskrämer aus den Angeln. Der User von heute schafft sich selbst seine Kontakte, die er braucht – und nur die – und macht sich nicht mehr abhängig von provisionsgeilen Mitverdienern, die es eben nicht verdient haben.

Ich google nach den größten Plattformen: Kickstarter, Indiegogo … Das sind die internationalen. Ja, die müssen es sein. Schließlich haben Frauen auf der ganzen Welt Handtaschen. Mit einer deutschen Regionalplattform fange ich gar nicht erst an. Geld ist mobil, aber der Deutsche rückt sein Geld nicht raus für Dinge, die nicht tausendfach geprüft, TÜV gestempelt, gesiegelt und versichert sind. Auf die Region konzentriere ich mich dann bei meinen Produzenten und Lieferanten mit nachhaltigen Konzepten.


Kündigung!

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Ich habe schon wieder eine Kündigung bekommen. Diesmal wegen Umstrukturierung. Aber es sieht doch viel besser aus, wenn man selbst kündigt. Gekündigt werden tut weh! Sofort gebe ich mir allein die Schuld an allem, ich grüble, ich grolle, ich verurteile – vor allem mich selbst. Und ich schäme mich in Grund und Boden. Wie sage ich es nur meiner Mutter und meinen Söhnen?! Mit diesem Frust zerstöre ich mir auch noch die eigene Kreativität. Ich bin völlig blockiert und kriege nichts mehr auf die Reihe. Jetzt geht das wieder los: Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist im Job gute Miene zum bösen Spiel machen, gleichzeitig wieder fleißig Bewerbungen schreiben, jeder Bewerbung mit Hoffnung nachfiebern und schön die Termine beim Arbeitsamt einhalten. Dabei will ich doch eigentlich nur Eines: Meinen Habaho herstellen und verkaufen. Doch genau dafür fehlt mir jetzt völlig der Mut. Was, wenn ihn keiner haben will? Was, wenn niemand so sportlich Auto fährt wie ich und das Problem der purzelnden Handtasche gar nicht kennt? Woher soll ich bloß das Geld nehmen zum Start ohne festes Einkommen? Mit meinem Arbeitslosengeld werde ich grade so überleben können.


INNATEX Hofheim

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Die INNATEX ist die Internationale Messe für nachhaltige Textilien. So was gibt es schon und auch noch vor meiner Haustüre. Gut, sie fangen klein an, verlangen noch nicht mal Eintritt, aber ich bin beeindruckt von der Vielfalt, den Farben und der Qualität! Es sind hauptsächlich Händler vertreten. Ich brauche erst mal Lieferanten für meine Rohstoffe. Wo finde ich die?


Schnitt und Nähanleitung

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Man mag ja gar nicht glauben, wie viel Denkarbeit hier im Detail steckt. Mein Habaho sieht so simpel aus. Doch man muss sich echt Gedanken machen, wie man die Nähte alle unsichtbar verschwinden lässt und der Stoff überall mit der schönen Seite nach oben liegt, ohne dass dabei eine Naht verdreht wird. Außerdem fehlen meiner Haushaltmaschine die Overlock- und Kappnahtfunktionen.


Modeatelier Gabriel

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Ich habe Urlaub und nutze die Zeit. Habe von Agneta Becker bei meinem geliebten Frauennetzwerk BFBM in Frankfurt den Kontakt von Frau Gabriel bekommen. Frau Gabriel hat eine Schule für Mode Lehr- und Schnitttechniken. Sie erstellt auch professionelle CAD-Schnitte für Produktionen. Ha, das ist doch genau das, was ich brauche. Frau Gabriel ist eine quirlige Person, die sich bestens auskennt mit den kritischen Stellen im Schnitt und genau weiß, wovon Sie redet. Doch bevor sie loslegen kann, muss ich nochmals meine Nähanleitung genau überarbeiten und die einzelnen Arbeitsschritte mit Zeit- und Materialverbrauch dokumentieren.


Der Prototyp reift

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Mein Job macht mich nicht mehr glücklich. Ich kann doch die nächsten 15 Jahre nicht mehr einfach nur Handlanger für andere Leute sein. Das krieg ich nicht mehr auf die Reihe! Ich brauche eine andere Lösung für mein Leben und deshalb setze ich mich hin und nähe meine konkrete Vorstellung von Habaho selbst. Die hässlichen Nahtsäume lasse ich unter einem Futter verschwinden. Da kommen mir schon die besten Ideen für die Futterstoffe. Ich werde sie alle mal selbst kreieren. Auf einen kommen die Unterschriften meiner Mitarbeiter. Und anders wie bei Apple verstecke ich sie nicht auf der unsichtbaren Innenseite. Hat irgendjemand schon mal ein iPhone von innen gesehen? Bildschön und nur für Techniker sichtbar.

Foto Pt 6

So soll er genäht werden. Ich verwende schwarzes Garn auf gelbem Köper als gut sichtbare Anleitung für meine Näherin. Ja, die brauche ich noch immer, weil bei mir einfach alles krumm und buckelig wird.

Ich zeige ihn meinen Söhnen. Die beiden möchte ich schließlich im Boot haben, wenn ich mal produziere. Wie immer sind sie sehr skeptisch: „Mama hat mal wieder eine Idee.“ Aber sie sehen durchaus einen Nutzen in Habaho.


Der vierte Prototyp

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Ich lerne eine Hobbynäherin kennen und habe den Eindruck, sie stiehlt mir die Worte aus dem Mund und kann genau formulieren, worauf es ankommt, um diese verdrehte Naht beim Übergang auf der Rückseite glatt zu verarbeiten.

Ja, manche Leute können eben gut reden. Das Resultat ist weder verbessert noch sonst irgendwie zu gebrauchen. Sie hält sich nicht an meine Maße und verwendet ihren eigenen Stoff. Die Flasche hat keinen Halt. Der ganze Habaho schlabbert auf dem Autositz wie ein Lumpensack.

Ich habe es verstanden: Man kann Kreativität nicht delegieren!


Kontakt mit Sina

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Es ist Sonntag und ich schreibe eine E-Mail an manomama, die Firma von Sina Trinkwalder. Ich möchte wissen, ob sie Auftragsarbeiten annehmen. Und wer antwortet postwendend am Sonntag: Sina höchst persönlich. Doch sie ist ausgelastet und wirkt auch distanziert, weil ich einen Klettverschluss in meinem Produkt verarbeiten möchte. Ein Klettverschluss aus Plastik ist ein No-Go für Sina. Von Ihrem Ökostoff will sie mir auch nichts verkaufen. Nicht einmal ihre Lieferanten verrät sie mir unter der Begründung, dass sie nur in Tonnen bestellt. Da werde ich ganz kleinlaut. Eigentlich möchte ich ganz klein und bescheiden anfangen. Zumindest noch zu diesem Zeitpunkt. Tja, da könnte ja jeder kommen. Bei der Knochenarbeit, die Sina als Pionierin auf ihrem Weg geleistet hat, kann ich es verstehen, dass sie jetzt nicht einfach bereitwillig für eine Fremde aus dem Nähkästchen plaudert.


IHK Gründungswerkstatt

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Habe Kontakt mit der IHK aufgenommen und mir einen Gründeraccount erstellt. Dort geht es natürlich in erster Linie um einen Businessplan. Der Businessplan, der seine Berechnungen hauptsächlich auf Spekulationen gründet, wird gehandelt wie der Heilige Gral. Außerdem soll ich ein Gebrauchsmuster anmelden. Dazu soll ich mich im Idealfall von einem Markenanwalt beraten lassen. Es gibt auch unzählige Anbieter für Gründungscoachings. Ja, die wissen alle, wie man mitverdient und öffentliche Zuschüsse absahnt.


Sina Trinkwalder

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Von Sina Trinkwalder höre ich zum ersten Mal von Claudia, einer Kollegin. Mitgerissen von ihrer Begeisterung kaufe ich mir das Buch. Ich bin mehr als beeindruckt. Sina Trinkwalder hängt Ihren erfolgreichen Job als selbständige Marketingfachfrau an den Nagel, kauft sich eine Industrienähmaschine und bringt sich das Nähen bei. Ich hatte als Kind wenigstens meine Mutter, der ich immer über die Schulter geguckt habe beim Nähen. Aber Sina fängt unerschrocken bei null an. Sie hat die Vision, Langzeitarbeitslosen in Deutschland eine Perspektive zu bieten mit Nähen in Deutschland und noch dazu mit nachhaltigen Rohstoffen, die bis auf die Baumwolle in Deutschland hergestellt werden sollen. Vor 30 Jahren hat sich die gut situierte deutsche Textilindustrie selbst amputiert und nach China verlagert. Es gibt nur noch wenige Know-How-Quellen in Deutschland. Doch Sina lässt sich nicht beirren und beschäftigt heute sehr erfolgreich 150 Näherinnen. Ihre Auftragsbücher sind voll.

Nachhaltigkeit. Dieser Begriff will mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Auch wenn ich es mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen kann, wie das funktionieren soll, ohne dass man draufzahlt.


2013 – Wie alles begann

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Es begann damit, dass ich sehr gerne und sehr sportlich Auto fahre und mich seit Jahren darüber ärgere, dass es in keinem Auto eine sichere Ablage für eine Handtasche gibt. Immer wenn ich unvermittelt auf die Bremse trete, landet das gute Stück meist Kopf über im Fußraum. Oder – was noch schlimmer ist – ich löse eine Hand vom Lenkrad und versuche zu retten, was zu retten ist, während ich mit der anderen Hand so gut es geht das Auto stabilisiere. Wenn man darüber nachdenkt, wie gefährlich das ist, wird einem schwindelig.

Deshalb ist es höchste Zeit für Habaho! Höchste Zeit für Ordnung und Sicherheit im Auto zu sorgen und den fliegenden Teilen einen sicheren Platz auf dem Beifahrersitz zu geben. Habaho ist ein unverzichtbares Autozubehör.

Habaho hält jede Handtasche sicher fest und zwar auf dem Beifahrersitz in bequem greifbarer Nähe. Dabei kann ich die Tasche getrost – was ich ohnehin immer mache – sperrangelweit offen lassen. Habaho hält alles an seinem Platz und wenn ich an der Ampel stehe, kann ich geruhsam nach allen möglichen winzigen Utensilien kramen, die ich sonst nie so leicht finde wie im Habaho.

Außerdem hält Habaho (der Name ist die Kurzform von Handbag holder) Getränkebehälter und PET-Flaschen bis zu 1,5 l aufrecht fest. Dabei kann die Flasche geöffnet bleiben. Sie bleibt aufrecht stehen und es gibt auch keine labilen Plastikteile, die leicht abbrechen und nichts richtig festhalten.