Schaffenspause

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Liebe Unterstützer von Habaho,

ich erfahre sehr viel positiven Zuspruch für mein nachhaltiges Vorhaben und auch das Produkt wird von Vielen als brauchbar eingestuft. Aber es hilft alles nichts, wenn die Produktion keinen Gewinn abwirft.

Da ich kein Geld für ein marktdurchdringendes Marketing habe, muss ich von sehr geringen Stückzahlen ausgehen. Bei diesen Stückzahlen muss ich den Stoff beim Großhändler kaufen und kann nicht vom Hersteller beziehen. Anstatt mit 4 Euro muss ich dann mit 22 Euro pro Meter rechnen.

Mit geringen Stückzahlen fertigt kein großer Konfektionär mit Stundenlöhnen um 13 Euro für mich. Das heißt, ich muss in Nähstuben gehen. Dort beginnt der Stundenlohn bei 30 Euro. Ich kann nicht mit ungelernten Arbeitslosen nähen, da Habaho zu komplex und schwierig zu verarbeiten ist. Für einen Habaho ohne Massenzuschnittmaschine braucht ein Näher 2,5 bis 3 Stunden.

Wollte ich Habaho kostendeckend produzieren, müsste ich 130 Euro pro Stück verlangen. Da habe ich aber noch keinerlei laufende Betriebskosten oder Marketing bezahlt, geschweige denn etwas verdient. Es wäre nur finanzierbar mit einer echten durchorganisierten Massenproduktion.

Deshalb brauche ich jetzt erst mal Zeit, neue Ideen und neue Kontakte. Mein Ziel verliere ich nicht aus den Augen, aber ich gehe es jetzt mal stiller an.

Ich habe dieses Jahr viel gelernt und vor allem einen riesen Respekt vor dem Schneiderhandwerk bekommen. Ich glaube, kein Handwerk wird so schlecht bezahlt wie die Näher. Gleichzeitig schaudert mich, wenn ich die Billigklamotten in den Läden sehe, weil ich jetzt sehr genau weiß, warum die deutsche Textilwirtschaft tot ist und wer dafür blutet. Gar nicht zu denken an die Umweltschäden, die diese Billiganforderungen anrichten.

Ich wünsche euch eine gesegnete Weihnachtszeit und euch, mir und Habaho ein erfolgreiches neues Jahr!

Patrizia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.